Kapitel 9, Aktivieren Sie Ihre Netzwerke vor der Katastrophe¶
Der strukturelle Vorteil von Rotary¶
Keine andere Freiwilligenorganisation hat, was Sie haben: einen Tisch, an dem der Arzt, der Bauunternehmer, der Anwalt, der Gastronom, der Ingenieur, der Apotheker, der Landwirt und der Journalist jede Woche zusammensitzen. Diese Fachleute sind nicht zufällig dorthin gelangt. Sie kennen den Bürgermeister, den Krankenhausdirektor, den Feuerwehrkommandanten, den Supermarktbesitzer, die Leitung des Roten Kreuzes. Oft persönlich.
Diese Netzwerkdichte ist Ihr Wettbewerbsvorteil bei einer Katastrophe. Aber ein nicht formalisierter Vorteil ist ein verlorener Vorteil. Ein Mitglied, das „den Krankenhausdirektor kennt", nützt nichts, wenn diese Beziehung nicht dokumentiert, aktivierbar und dem Katastrophenkoordinator bekannt ist.
Dieses Kapitel behandelt die Formalisierung von Netzwerken, die Umwandlung persönlicher Beziehungen in eine kollektive Einsatzfähigkeit.
Lokale Akteure kartieren: die 5 Familien¶
Vor jeder Katastrophe muss der Club alle in seinem Gebiet vorhandenen Akteure kartiert haben. Kein Telefonbuch, sondern eine operative Karte: wer macht was, mit welchen Ressourcen und wie ist er zu erreichen.
Familie 1, Rettung und Notfall¶
Dies sind die professionellen Ersthelfer. Rotary ersetzt sie nicht, es ergänzt sie.
| Akteur | Was er bei einer Katastrophe tut | Herzustellender Kontakt | Was Rotary einbringen kann |
|---|---|---|---|
| Feuerwehr | Notrettung, Bergung, Brandbekämpfung | Brigadekommandant | Logistik, Fahrzeuge, geschulte Freiwillige |
| Rettungsdienst / Notarzt | Notfallversorgung, Triage, Krankentransport | Ärztlicher Leiter | Ärzte, Apotheker als Mitglieder; Patiententransport |
| Katastrophenschutz | Offizielle Koordination, Evakuierung, Unterbringung | Präfektur / Rathaus (Notdienste) | Freiwillige, Räume, Finanzierung |
| Rotes Kreuz / Roter Halbmond | Notunterkünfte, Erste Hilfe, Wasser, Wiederherstellung von Familienkontakten | Lokaler Delegierter | Finanzierung, ergänzende Logistik, Freiwillige |
| Vereine für zivile Sicherheit | Rettung, Logistik, psychologische Unterstützung | Lokaler Vorsitzender | Schulungsaustausch, gemeinsame Übungen |
Familie 2, Humanitäre und soziale Hilfe¶
Diese Organisationen treffen in den darauffolgenden Stunden oder Tagen ein, um den Grundbedarf der betroffenen Bevölkerung zu decken.
| Akteur | Was er tut | Herzustellender Kontakt |
|---|---|---|
| Lebensmittelhilfsorganisationen | Lebensmittelhilfe, Kleidung, Unterkunft | Leiter der lokalen Zweigstelle |
| Lebensmitteltafel | Lebensmittelverteilung in großem Umfang | Regionaldirektor |
| Heilsarmee | Lebensmittel, Unterkunft, Sachhilfe | Lokaler Offizier |
| Ärzte ohne Grenzen / Médecins du Monde | Medizinische Versorgung (große Katastrophen) | Nationales Büro (seltene Aktivierung) |
| Nachbarschafts-/Quartiersvereine | Ortskenntnis, vertrauenswürdiges Bindeglied | Vorsitzender, Leitung Solidarität |
| Migranten-/Diasporavereine | Übersetzung, kulturelle Vermittlung, Netzwerk | Gemeinschaftsführer |
Familie 3, Religionsgemeinschaften¶
In Einsatzplänen oft unterschätzt, gehören Religionsgemeinschaften dennoch zu den Ersten, die sich mobilisieren. Sie verfügen über Räume zur Unterbringung (Gemeindesäle, Moscheen, Tempel), etablierte Solidaritätsnetzwerke und tiefes Vertrauen bei verletzlichen Bevölkerungsgruppen.
| Akteur | Typische Ressourcen | Kontakt |
|---|---|---|
| Katholische / evangelische Gemeinden | Gemeindesäle, Freiwilligennetzwerk, Kantine, soziales Netzwerk | Priester, Pfarrer, Diakon |
| Moscheen | Gebetssaal (große Kapazität), Solidaritätsnetzwerk, Küche | Imam, Vereinsvorsitzender |
| Buddhistische / hinduistische Tempel | Ruheräume für psychologische Unterstützung, Gemeinschaftsnetzwerk | Hauptmönch |
| Synagogen | Solidaritätsnetzwerk, Gemeinschaftsraum | Rabbiner, Gemeindevorsteher |
Konkrete Aktion: Laden Sie einmal im Jahr einen örtlichen religiösen Führer zu einem Clubtreffen ein. Nicht, um über Religion zu sprechen, sondern um den menschlichen Kontakt herzustellen. Am Tag der Katastrophe wird er ein Verbündeter sein, kein Fremder.
Familie 4, Lokale Behörden und öffentliche Dienste¶
Die lokalen Behörden sind die koordinierende Instanz. Der Rotary Club arbeitet in einer Krise unter ihrer Aufsicht.
| Akteur | Rolle bei einer Katastrophe | Herzustellender Kontakt |
|---|---|---|
| Rathaus / Gemeinde | Offizielle Koordination, Öffnung von Sporthallen und Sälen, Notunterbringung, Requirierung | Einsatzleiter oder stellvertretender Bürgermeister für Sicherheit |
| Departements-/Regionalrat | Finanzmittel, logistische Unterstützung, Straßen | Abteilung Katastrophenschutz |
| Präfektur | Notfallplan, Departementskoordination | Leiter der Notdienste |
| Wasser-/Abwasserdienste | Netzwiederherstellung, Notabschaltungen, Trinkbarkeit | Technischer Bereitschaftsdienst |
| Stromdienste | Stromwiederherstellung, Sicherheitsabschaltungen | Bereitschaftsdienst des Versorgers |
| Gasdienste | Notabschaltungen, Sicherung von Lecks | Bereitschaftsdienst des Versorgers |
| Schulen / weiterführende Schulen / Gymnasien | Sporthallen und Kantinen als Notunterkünfte | Schulleitung + Rathaus |
Familie 5, Lokale Wirtschaftsakteure¶
Hier macht das Rotary-Netzwerk den Unterschied. Ihre Mitglieder kennen diese Akteure. Oft gehören sie selbst dazu.
| Akteur | Mobilisierbare Ressourcen | Wie die Verbindung formalisieren |
|---|---|---|
| Verbrauchermärkte / Supermärkte | Flaschenwasser, Lebensmittel, Hygieneprodukte, Planen | Vorab ausgehandelte Notspendenvereinbarung |
| Transportunternehmen | Lkw, Lieferwagen, Logistik | Dokumentierte mündliche Vereinbarung oder Absichtserklärung |
| Hotels | Zimmer zur Notunterbringung (nach Vereinbarung mit dem Rathaus) | Kontakt zum Direktor, Unterbringungskapazität vermerkt |
| Apotheken | Unentbehrliche Arzneimittel, medizinisches Material | Notversorgungsvereinbarung |
| Tankstellen | Kraftstoff für Generatoren und Fahrzeuge | Vorrangvereinbarung im Falle eines Engpasses |
| Bauunternehmen | Schweres Gerät, Materialien, Fachkräfte | Verfügbarkeitsvereinbarung |
| Druckereien | Formulare, Plakate, Informationsflyer | Kostenloser Notdruck |
| Lebensmittelunternehmen | Lebensmittel in großen Mengen | Spendenvereinbarung |
Bindungen formalisieren: von der persönlichen Beziehung zur kollektiven Fähigkeit¶
Das Problem mit informellen Beziehungen¶
„Ich kenne den Feuerwehrchef, wir spielen zusammen Golf." Sehr gut. Aber was, wenn Sie am Tag der Katastrophe nicht verfügbar sind? Was, wenn Sie selbst betroffen sind? Was, wenn Sie den Club verlassen haben? Diese Beziehung stirbt mit Ihrem Weggang.
Die Formalisierung verwandelt einen persönlichen Kontakt in einen kollektiven Vermögenswert des Clubs.
Wie formalisieren: 3 Stufen¶
| Stufe | Methode | Aufwand | Wert |
|---|---|---|---|
| 1. Dokumentation | Den Kontakt im Clubverzeichnis erfassen, mit Name, Funktion, Telefon, mobilisierbaren Ressourcen | 5 Minuten | Kontakt überlebt den Weggang des Mitglieds |
| 2. Vorstellung | Den Kontakt zu einem Clubtreffen einladen. Er bekommt ein Gesicht für „Rotary". Der Koordinator übernimmt die Beziehung. | 1 Abend | Kontakt kennt den Club, nicht nur ein Mitglied |
| 3. Vereinbarung | Ein Memorandum of Understanding (MOU) oder eine Absichtserklärung unterzeichnen | Einige Stunden | Formale Verpflichtung, in der Krise ohne Verhandlung aktivierbar |
Das vereinfachte Memorandum of Understanding (MOU)¶
Ein MOU muss kein 20-seitiges Rechtsdokument sein. Für einen Rotary Club genügt ein einseitiges Schreiben:
MOU-Struktur für einen Club: 1. Identifikation der Parteien (Rotary Club [STADT] und [ORGANISATION]) 2. Zweck: Zusammenarbeit im Falle einer natürlichen oder technologischen Katastrophe 3. Verpflichtungen des Clubs: geschulte Freiwillige, ergänzende Finanzierung, Logistik 4. Verpflichtungen des Partners: spezifische Ressourcen, Teilnahme an Übungen, Informationsaustausch 5. Laufzeit: 1 Jahr, stillschweigend verlängerbar 6. Operative Ansprechpartner: 1 Name + Telefon auf jeder Seite 7. Unterschriften: Clubpräsident + Leiter der Organisation
Vorrangige Partner für die Unterzeichnung eines MOU: 1. Lokales Rotes Kreuz / Roter Halbmond 2. Rathaus (Abteilung zivile Sicherheit) 3. Ein zentraler Wirtschaftsakteur (Supermarkt oder Transportunternehmen)
Jährliche Aktionen: der Beziehungskalender¶
Beziehungen entstehen mit der Zeit. Ein jährlicher Aktionskalender stellt sicher, dass Bindungen gepflegt und nicht nur geschaffen werden.
| Monat | Aktion | Verantwortlich | Zielpartner |
|---|---|---|---|
| September | Die lokale Leitung des Roten Kreuzes zu einem Clubtreffen einladen | Katastrophenkoordinator | Rotes Kreuz |
| Oktober | Am Internationalen Tag der Katastrophenvorsorge teilnehmen (13. Oktober, UN), eine Veranstaltung mit einem Partner mitorganisieren | Koordinator + Kommunikation | Allgemeine Öffentlichkeit + Partner |
| November | Den Feuerwehrkommandanten treffen (Wachenbesuch oder Clubeinladung) | Koordinator | Feuerwehr |
| Januar | Einen Vertreter des Rathauses einladen (Einsatzleiter oder stellvertretender Bürgermeister für Sicherheit) | Clubpräsident | Lokale Behörden |
| März | An einer kommunalen oder departementalen Katastrophenschutzübung teilnehmen | Koordinator + 2-3 Mitglieder | Katastrophenschutz |
| April | MOUs mit den zentralen Partnern erneuern oder unterzeichnen | Präsident + Koordinator | Alle MOU-Partner |
| Mai | Lokales Treffen der Vereine: NGOs, Vereine, Religionsgemeinschaften einladen, um Vorsorgepläne auszutauschen | Koordinator | Alle lokalen Akteure |
| Juni | Jährliche Überprüfung der Partnerbeziehungen. Aktualisierung des Verzeichnisses externer Kontakte. | Koordinator | Intern |
Grundsatz: Ein jährlicher Besuch pro zentralem Partner. Das ist keine Bürokratie, es ist eine Investition in Beziehungen. An dem Tag, an dem Sie den Feuerwehrkommandanten um 3 Uhr morgens anrufen, um zu fragen, ob die Zone für Ihre Freiwilligen sicher ist, wird er antworten, weil er Sie kennt.
Das 3W-Prinzip: Wer macht Was Wo¶
Bevor Sie bei einer Katastrophe irgendeine Aktion starten, müssen drei Fragen gestellt und dokumentiert werden:
WER macht WAS auf WELCHER ZONE?
(Wer macht Was Wo)
Dieses aus der humanitären Koordination der OCHA stammende Prinzip vermeidet Doppelungen (zwei Organisationen verteilen am selben Ort Wasser, während ein ganzes Viertel nichts erhält) und Lücken (niemand kümmert sich um isolierte ältere Menschen).
3W-Matrix, in den ersten 24 Stunden auszufüllen¶
| Organisation | WAS (Aktion) | WO (Zone) | WANN (Zeitraum) | Kontakt |
|---|---|---|---|---|
| Rotes Kreuz | Notunterkunft + Erste Hilfe | Sporthalle Paul Bert, Zentrum | Durchgehend | [Name, Telefon] |
| Rathaus | Unterbringung, Trinkwasser | Bürgersaal, Nordviertel | Durchgehend | [Name, Telefon] |
| Lebensmittelhilfsorganisation | Lebensmittelverteilung | Supermarktparkplatz, Südzone | 10-16 Uhr | [Name, Telefon] |
| Rotary Club [STADT] | Gemeinschaftsküche + Verteilung von Hygienesets | Schule Jean-Moulin, Ostviertel | 7-20 Uhr | [Name, Telefon] |
| Pfarrei Saint-Pierre | Aufnahme isolierter älterer Menschen | Gemeindesaal | 8-22 Uhr | [Name, Telefon] |
| LÜCKE FESTGESTELLT | Viertel Lilas, keine Abdeckung | Westzone | , | , |
Die letzte Zeile ist die wichtigste. Genau dort stiftet Rotary den größten Nutzen: Lücken füllen, nicht das doppeln, was bereits existiert.
Woher die 3W-Informationen nehmen¶
| Quelle | Wann | Wie |
|---|---|---|
| Kommunale Koordinationssitzung | Täglich in der akuten Phase | Der Club entsendet einen Vertreter |
| Krisenzelle der Präfektur | Akut- und Stabilisierungsphase | Über den offiziellen Kanal (oft Notfallplan) |
| Direkter Kontakt zu lokalen NGOs | Dauerhaft | Anrufe, WhatsApp, Feldbesuche |
| OCHA-Cluster-Sitzung | Große internationale Katastrophen | Über DNA-RAG oder RI |
Kennen Sie Ihre Rotary-Kontakte: Distrikt und RAGs¶
Ihr Club agiert nicht im luftleeren Raum. Das Rotary-Netzwerk selbst ist ein zu aktivierendes Netzwerk und es ist erheblich mächtiger, als die meisten Clubs vermuten.
Wesentliche Distriktkontakte¶
| Rolle | Was sie für Sie tun können | Kontakt |
|---|---|---|
| District Governor (DG) | Die Einsatzmaßnahmen des Distrikts aktivieren, Nachbarclubs koordinieren, DRGs validieren | Telefon: _______ |
| DRO (District Disaster Relief Officer) | Den operativen Einsatz auf Distriktebene koordinieren, die Verbindung Club-RI sicherstellen | Telefon: _______ |
| DRFC (District Rotary Foundation Committee Chair) | Förderanträge erleichtern (DRG, Global Grants), DDF-Mittel verwalten | Telefon: _______ |
| Vorsitzender des Distrikt-Katastrophenausschusses | Clubübergreifende Ressourcen koordinieren, Schulungen organisieren | Telefon: _______ |
| Nachbarclubs, Katastrophenkoordinatoren | Personelle und materielle Verstärkung, logistisches Bindeglied | Telefon: _______ |
Für Katastrophen relevante RAGs¶
Rotary Action Groups (RAGs) sind weltweite Netzwerke von Rotariern mit Fachkompetenz in einem bestimmten Bereich. Bei einer Katastrophe liefern sie technisches Fachwissen, Verbindungen und Mentoring.
| RAG | Bereich | Wann aktivieren | Kontakt |
|---|---|---|---|
| DNA-RAG (Disaster Network of Assistance) | Allgemeine Katastrophenkoordination, Schulung, Werkzeuge | Jede Katastrophe | dna-rag.com |
| WASH-RAG (Water, Sanitation & Hygiene) | Trinkwasser, Sanitärversorgung, Hygiene | Bedarf an Wasser/Sanitärversorgung | wash-rag.org |
| ShelterBox | Notunterkünfte (Zelte, Sets) | Bedarf an Notunterbringung | shelterbox.org |
| Disaster Aid | Überlebenssets, Soforthilfe | Akute Phase | disasteraid.org |
| RAGFP (Rotary Action Group for Peace) | Vermittlung, Konfliktgebiete | Katastrophen in Konfliktgebieten | rotaryactiongroupforpeace.org |
Konkrete Aktion: Der Katastrophenkoordinator des Clubs muss die direkten Kontaktdaten des DRO und des regionalen DNA-RAG-Ansprechpartners in seinem Telefon haben. Nicht in irgendeiner Datei, sondern in seinen Telefonkontakten, bereit zum Wählen.
Kartierungsübung: Methode in 4 Schritten¶
Für Clubs, die bei null anfangen, hier die Methode, um die lokalen Akteure innerhalb eines Quartals zu kartieren.
Schritt 1, Interne Bestandsaufnahme (1 Clubtreffen)¶
Fragen Sie jedes Mitglied: „Welche Organisationen in Ihrem Gebiet kennen Sie persönlich, durch Ihre berufliche Tätigkeit oder Ihr Engagement?"
Tragen Sie die Antworten in eine einfache Tabelle ein:
| Mitglied | Bekannte Organisation | Persönlicher Kontakt | Potenzielle Ressourcen |
|---|---|---|---|
Schritt 2, Klassifizierung (Arbeit des Koordinators, 2 Stunden)¶
Ordnen Sie jede Organisation einer der 5 Familien zu. Identifizieren Sie die Familien, in denen Sie Lücken haben. Priorisieren Sie die Familien 1 (Notfall) und 4 (Behörden), falls sie unvollständig sind.
Schritt 3, Kontaktaufnahme (2-3 Monate)¶
Für jeden identifizierten Akteur: 1. Das Mitglied, das die Organisation kennt, stellt den ersten Kontakt her 2. Es stellt das Katastrophenvorsorgeprojekt des Clubs vor 3. Es schlägt ein Treffen oder eine Clubeinladung vor 4. Der Koordinator nimmt am Treffen teil, um die institutionelle Verbindung herzustellen
Schritt 4, Formalisierung (laufend)¶
Für jeden hergestellten Kontakt: 1. Im Verzeichnis externer Kontakte dokumentieren (Stufe 1) 2. Zum Club einladen (Stufe 2) 3. Ein MOU vorschlagen, falls relevant (Stufe 3)
Zu vermeidende Fallstricke¶
| Fallstrick | Folge | Lösung |
|---|---|---|
| Sich für einen Schlüsselkontakt auf ein einziges Mitglied verlassen | Kontakt verloren, wenn das Mitglied abwesend ist oder den Club verlässt | Den Kontakt dem Koordinator UND dem Präsidenten vorstellen, Triangulation |
| Kartieren ohne Pflege | Veraltete Kontakte binnen 12 Monaten | Jährlicher Treffenskalender |
| Informelle Akteure ignorieren (Religionsgemeinschaften, Quartiersvereine) | Verlust des Gemeinschaftsvertrauens, Abdeckungslücken | Familie 3 systematisch einbeziehen |
| Versuchen, alles selbst zu machen | Doppelung, Erschöpfung, Spannungen mit anderen Organisationen | Systematisches 3W: Lücken füllen, nicht doppeln |
| Am Tag der Katastrophe eintreffen, ohne von den Partnern gekannt zu werden | Ablehnung, Misstrauen, Zeitverlust | Mindestens ein jährliches Treffen mit jedem zentralen Partner |
| Fähigkeiten versprechen, die der Club nicht liefern kann | Enttäuschung, dauerhafter Glaubwürdigkeitsverlust | Nur formalisieren, was Sie tatsächlich mobilisieren können |
Jährliche Checkliste, Netzwerke und Partnerschaften¶
Zwischen Juli und September jedes Rotary-Jahres auszufüllen:
- Kartierung der 5 Akteursfamilien aktualisiert
- Verzeichnis externer Kontakte überprüft (Verifizierungsanruf pro Kontakt)
- Mindestens 1 aktives MOU mit einem zentralen Partner (Rotes Kreuz oder Rathaus)
- DRO-Kontakt des Distrikts überprüft und im Telefon des Koordinators gespeichert
- Regionaler DNA-RAG-Kontakt identifiziert
- Kalender der jährlichen Partnertreffen geplant
- Mindestens 1 Partner in den letzten 12 Monaten in den Club eingeladen
- Clubteilnahme an mindestens 1 Katastrophenschutzübung in den letzten 12 Monaten
- „Verbindungsbeauftragte" Mitglieder für jeden zentralen Partner benannt
- Kartierungsergebnisse dem Club bei einem Treffen vorgestellt
Ihre Mitglieder kennen bereits die richtigen Leute. Ihre Aufgabe ist es nicht, ein Netzwerk zu schaffen, sondern ein bereits jede Woche an Ihrem Tisch bestehendes Netzwerk sichtbar und aktivierbar zu machen. Kartierung und Formalisierung sind keine Verwaltungsübungen. Sie sind die Handgriffe, die 30 individuelle Adressbücher in eine kollektive Einsatzfähigkeit verwandeln.